Roadtrip nach Cape Tribulation

To my non-German speaking visitors: Sorry that this post is written in German, but you can yet enjoy the photos.

Einen ganzen Monat lang wurde es richtig still auf meinem Blog. Seit der Fahrt entlang der Ostküste hinunter nach Brisbane standen 4 teilweise doch recht intensive Studienwochen an, da jede Menge Abgaben zu erledigen waren.

Nachdem ich am Dienstag Vormittag das letzte Essay eingereicht hatte, machte ich mich ziemlich spontan auf den Weg nach Cairns mit dem Greyhound Bus. Am nächsten Morgen ging es mit einem Mietwagen direkt weiter in Richtung Norden, das Ziel war das Cape Tribulation („Kap der Trübsal“). Der Name kommt wohl daher, dass James Cook mit seinem Schiff dort auf Grund lief.

Google Maps Karte, Verlauf der Tour von Cairns nach Cape Tribulation
Google Maps Karte, Verlauf der Tour von Cairns nach Cape Tribulation

Mein erster Stopp auf der Strecke war der Campus der James Cook University in Cairns, der doch ziemlich abseits liegt, wie ich finde. Danach ging es voller Vorfreude auf den James Cook Highway, der für ca. 30 km direkt an der Küste entlang führt und eine richtig schöne Aussicht ermöglicht. Nach einer kurzen Besichtigung von Port Douglas und dem Four Mile Beach ging es um die Mittagszeit in den Daintree Regenwald bei Mossman. Sicherlich eine gute Entscheidung, da es dort nicht ganz so brütend war, wie am Strand. Anschließend ging es weiter in das Dorf Daintree und an den gleichnamigen Fluss, der ein Lebensraum für Leistenkrokodile (Salzwasserkrokodile) darstellt. Bei einer Bootstour gelang es dem Kapitän auch tatsächlich, vier Krokodile ausfindig zu machen, darunter auch das mit 4,5 Metern längste der dort ansässigen Krokodile, genannt „Scarface“. Das war schon ein sehr spannendes Erlebnis, Krokodile tatsächlich in ihrem natürlichen Lebensraum anzutreffen.

Danach wurde es höchste Zeit mit der Autofähre hinüber auf die andere Flussseite zu gelangen und die restliche Strecke bis zu meiner Unterkunft am Cape Tribulation zurückzulegen. Tatsächlich gelang es mir noch, ohne weiteren Zwischenhalt mit Einbruch der Dunkelheit am Ziel anzukommen.

Am Abend wollte ich eigentlich an einer Nachtwanderung teilnehmen, allerdings war diese bereits vollständig ausgebucht. Stattdessen zog es mich bei Mondschein an den Strand am Cape Tribulation. Der war nicht so verlassen, wie erwartet, da eine Gruppe von vier deutschen Reisenden schon vor Ort war. So wurde es ein unterhaltsamer Abend an einem wunderschönen Strand mit feinem weißen Sand.

Am nächsten Morgen wurde ich um 6 Uhr von prasselndem Regen geweckt und ich war zunächst beeindruckt und dann in Sorge, wie sich das Wetter an diesem Tag wohl entwickeln würde. Doch eine halbe Stunde bahnten sich erste Sonnenstrahlen ihren Weg und mit einem Cappuccino an einem einsamen Strand zu sitzen und den Wellen zu lauschen war ein sehr einzigartiges Erlebnis. Um 8 Uhr machte ich mich dann mit dem Auto schon wieder auf den Weg die Umgebung bis ins Detail zu erkunden. Temperatur und Luftfeuchtigkeit stiegen rasant und es wurde insgesamt ein sehr schwitziger Tag mit viel Sonnenschein.

Zunächst fuhr ich ca. 5 km auf einer Schotterstraße nach Norden zum Startpunkt der Bloomfield Road, die nach Bloomfield führt und daraufhin weiter bis nach Cooktown. Der Bau der Straße führte in den 80ern zu einer großen Protestbewegung von Umweltaktivisten gegen den Bau und forderte, dass der einzigartige Regenwald geschützt werden solle. Einige Jahre später wurden die „Wet Tropics“ zum UNESCO Welterbe ernannt. Über die ganze Thematik habe ich sogar etwas in einer meiner Vorlesungen hier gelernt. Die Straße selbst ist nur mit Allradantrieb befahrbar, sodass für mich am Emmagen Creek Schluss war, da die Straße dort durch den Bach geht. Im Bach entdeckte ich einen Stechrochen und einen noch sehr kleinen Riffhai, womit ich nun wirklich nicht gerechnet hätte. Gleichzeitig ist diese Stelle der für mich nördlichste Aufenthaltsort in Australien gewesen.

Von dort aus arbeitete ich mich also Stück für Stück rückwärts und erkundete dabei jede Menge einsame Strände, Wanderpfade und was sonst noch so auf dem Weg lag. Highlights waren dabei die Entdeckung eines Helmkasuars (Southern cassowary), ein flugunfähiger Vogel, der ausgewachsen bis 1,70m groß wird. Anfangs beobachteten nur wenige Touristen den Vogel, mit der Zeit wurden es immer mehr, die staunend und stillschweigend in die Büsche schauten. Später entdeckte ich dann noch einen Buntwaran, der sicherlich 1m lang war und sich ein sonniges Fleckchen zum Verweilen suchte.

Abkühlung fand ich mittags in einem „Swimming hole“, das offensichtlich frei von potenziell gefährlichen Tieren war, dafür waren einige Touristen dort. Ein weiterer Stopp stand bei der „Daintree Icecream Company“ auf dem Plan, eine Plantage mit Anbau verschiedener tropischer Früchte, von denen ich nur die wenigsten zuvor kannte, die dann zu Eis verarbeitet werden. Ich konnte vier Sorten testen und es hat unglaublich lecker geschmeckt.

Gegen 17 Uhr setzte ich mit der Fähre zurück auf die andere Flussseite und kam damit der Zivilisation wieder näher, was ich bereits daran bemerkte, dass der Handyempfang zurückkehrte. Auf der Rückfahrt konnte ich es mir nicht nehmen lassen, in der Abenddämmerung mehrfach anzuhalten und die Aussicht am Meer zu genießen.

Am Freitag folgte zum großen Abschluss der Kurzreise ein Ausflug hinaus ins äußere Great Barrier Reef mit Schnorcheln und probeweisem Tauchen. Nach kurzer Einführung durfte ich quasi direkt in Tauchausrüstung ins Meer springen, hatte aber immer einen Ausbilder in unmittelbarer Nähe. Das sind natürlich irre viele neue Eindrücke auf einmal, unter Wasser zu atmen ist eben ganz und gar nicht normal. Probleme hat mir allerdings der Druckausgleich auf den Ohren bereitet, sodass ich nicht wirklich weit gekommen bin. Aber die Erfahrung war es allemal wert. Beim ausgiebigen Schnorcheln konnte ich viel entspannter das Korallenriff erkunden, das nur knapp unterhalb der Meeresoberfläche lag und voller bunter Fische war. Leider existieren von dieser Tour keine Fotos, da ich nicht bereit war, die von einem Fotografen geschossenen Fotos für übertrieben viel Geld zu kaufen.

Ach ja, in Cairns selbst verbrachte ich zwei Abende und wenige Stunden am Freitagnachmittag. In der Stadt wimmelt es nur so vor Backpackern und Touristen, darunter unzählige Deutsche. Die Stadt gilt eben für viele als Start- oder Endpunkt ihrer Australienreise. Insgesamt ist es schon sehr lustig, dort jede Menge neue Leute kennenzulernen, an der Promenade zu schlendern, am Lagoon Pool zu schwimmen oder sich in den unzähligen Souvenirshops aufzuhalten. Aber Townsville scheint mir ein authentischeres Australiengefühl zu vermitteln.

Nach dieser tollen Reise und Studienpause steht nun die Lernerei für die drei Klausuren an, bevor in 12 Tagen die Zeit in Townsville zu Ende geht. Gleichzeitig haben sich bereits die ersten meiner Freunde aus Townsville verabschiedet und schon sehr bald folgen weitere. Ich kann es einfach nicht glauben, wie schnell die Zeit hier verging. Allerdings sollte ich anmerken, dass damit noch nicht die Zeit in Australien insgesamt zu Ende geht. Ab dem 23. November bin ich für einen Monat auf Reisen durch das Land. Aber dazu beim nächsten Mal mehr!


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