Roadtrip von Townsville nach Brisbane

To my non-German speaking visitors: Sorry that this post is written in German, but you can yet enjoy the photos.

Von Montag bis Sonntag war ich zusammen mit Adrian und Dave auf einem Roadtrip von Townsville nach Brisbane unterwegs. Dabei war der Weg das Ziel, wir wollten auf jeden Fall die berühmten Whitsundays und Fraser Island besuchen. Zwischendurch gab es aber noch vieles mehr zu entdecken, was wir jeweils spontan in unsere Tagesplanung einbauten. Der folgende Kartenausschnitt von Google Maps zeigt den Verlauf der Strecke. Dazu kommen sicherlich noch einige Extrakilometer, sodass es insgesamt ca. 1750 km gewesen sein dürften.

Google Maps Karte, Verlauf der Tour von Townsville nach BrisbaneViele Kilometer haben wir dabei auf dem Bruce Highway (A1) gesammelt. Leider sind australische Highways nicht mit deutschen Autobahnen zu vergleichen, viel mehr handelt es sich dabei um gut ausgebaute Landstraßen mit einer Spur je Richtung und in unregelmäßigen Abständen kommt ein Überholstreifen hinzu. Das Tempolimit beträgt normalerweise 100, in Queensland gibt es einige Abschnitte mit 110. Mir ist aufgefallen, dass sich die Australier ziemlich penibel daran halten, allerdings auch verständlich bei den drakonischen Strafen, die es hier gibt. Weniger als 13 km/h zu schnell kostet $151, dann bis weniger als 20 km/h zu schnell $227, etc., bis mehr als 40 km/h zu schnell mit $1062 zu Buche schlägt (Quelle). Insgesamt war das Fahren aber angenehm, da eigentlich nur selten wirklich viel Verkehr war und wir ganz gut vorangekommen sind.

Die Whitsunday Islands

Am Montag sind wir von Townsville aus nach Airlie Beach, dem Tor zu den Whitsundays (Pfingstsonntagsinseln), gefahren. Dort waren wir gleich mal im Meer baden und haben dafür die wunderschönen Lagoon Pools (kostenloses Freibad) direkt am Strand links liegen gelassen. Airlie Beach ist ein kleines Städtchen, das sehr touristisch aufgezogen ist, weshalb wir an zwei Abenden keine Schwierigkeiten hatten, Essen und Ausgehmöglichkeiten zu finden.

Am Dienstag also das erste große Highlight, die gebuchte Tagestour auf den Whitsundays. Abfahrt der Fähre war morgens um 6:30 Uhr, Rückkehr ca. 12 Stunden später, dabei dauert die Überfahrt aber auch ca. 2 Stunden je Richtung. Die Inselgruppe besteht aus 74 Inseln und ist insbesondere für Whitehaven Beach bekannt, dessen Sand zu 98% aus Quarz besteht. Ein unbeschreibliches Gefühl, sich dort am Strand aufzuhalten! Nach einer Stunde ging es hinüber an den Haslewood Beach, um dort im Korallenriff direkt vor der Insel zu schnorcheln. Ein großartiges Erlebnis, die Korallen und die vielen Fische zu sehen. Nächste Station war Hill Inlet, bekannt als der Aussichtspunkt, der für die großartigsten Fotos der Whitsundays sorgt. Anschließend ging es wieder hinüber zum Whitehaven Beach, um dort einige Stunden gemütlich am Strand zu verbringen, bevor es mit der Fähre in Richtung Sonnenuntergang wieder zurück in den Hafen von Airlie Beach ging.

Rockhampton, Agnes Water, 1770 und Bundaberg

Am Mittwoch wurde es dann Zeit Strecke zurückzulegen und unser Tagesziel war es, bis nach Rockhampton vorzudringen. In Mackay nutzten wir mittags einen der öffentlichen Grills zum Burger brutzeln. Danach wurde der Bruce Highway ziemlich langweilig (250 km „fatigue zone“, so nennen es die Australier) und führte relativ geradlinig durch einsame Felder und Wälder. Zivilisation war weit und breit nicht mehr in Sicht. Angekommen in der Jugendherberge in Rockhampton stellten wir fest, dass wir in einer Hütte schlafen würden, die im olympischen Dorf in Sydney bei Olympia 2000 im Einsatz war. An der Rezeption erfuhren wir von einem echten Cowboy Rodeo, dass wir uns nicht entgehen lassen konnten. Damit meine ich nicht irgendein Spielzeug Rodeo, das sich ein bisschen im Kreis dreht, sondern wirklich Rodeo mit echten Bullen und Cowboys. Das kam ziemlich unerwartet, war aber sehr interessant, soetwas einmal live zu sehen.

Am Donnerstag machten wir uns auf den Weg in Richtung Hervey Bay, um von dort aus Fraser Island besuchen zu können. Auf dem Weg dorthin fuhren wir in die Touristendörfer Agnes Water und 1770, die wirklich stark von wohl größtenteils australischen Touristen bevölkert waren. 1770 ist benannt nach der Landung von James Cook im Jahre 1770 und laut Wikipedia der einzige Ort der Welt, dessen Name nur aus Ziffern besteht. Offensichtlich wird das allerdings nicht überall akzeptiert, sodass auch die Schreibweise „Town of 1770“ oder „Seventeen Seventy“ vorkommt. Wir fuhren dort solange weiter, bis die Straße zu Ende ging und wir nach einem Blick auf das weite, offene Meer umkehren mussten. 1770 befindet sich am südlichen Ende des Great Barrier Reefs, sodass dort das Meer nicht mehr ganz so ruhig war, wie das sonst in Townsville, geschützt hinter dem Reef, immer der Fall ist. Die dortige Gegend gilt außerdem als der südliche Zipfel des Auftretens der gefährlichen Quallen. Weiter ging es nach Bundaberg zur Rumdestillerie. Wir wussten, dass wir für eine Führung zu spät sein würden, aber für einen Blick von außen und 10 Minuten im Geschenkeshop hat es gereicht. Bundaberg Rum ist in Australien ein großes Ding!

Fraser Island

Auf Fraser Island hatten wir eine Tagestour gebucht, ohne geht es aber auch nicht, außer man bringt sein eigenes Allradfahrzeug mit, um auf der Insel fahren zu können. Fraser ist die größte Sandinsel der Welt und ein unfassbar beeindruckendes Erlebnis. Man würde vielleicht denken, dass auf Sandboden nicht viel Vegetation gedeiht, aber falsch gedacht, denn im Inneren der Insel wächst tatsächlich dichter Regenwald. Anscheinend ist dies durch einen hohen Mineraliengehalt und den hohen Grundwasserspiegel möglich. Die einzigen Straßen auf der Insel sind Sandpfade und der 75 Mile Beach, der mitunter als offizieller Highway verwendet wird. Der Strand ist eigentlich nur 73 Meilen lang, aber 75 klingt halt besser. Leider ist schwimmen im Meer dort nicht möglich, da die Ostküste vor der Insel als Brutstätte für Haie gilt.

Schon die provisorische Anlegestelle der Fähre vermittelte einen Eindruck davon, was einen hier erwarten würde. Spätestens nach den ersten Minuten in einem der türkisen Tourbusse wusste man aber definitiv, was für ein Offroad Abenteuer bevorstand. Die Busse stammen von MAN aus Deutschland und sind ursprünglich für Schneebedingungen gebaut, passen allerdings sehr gut auf diese Sandinsel. Der Tourguide war immer sehr gut gelaunt und hat fleißig Geschichten über die Insel erzählt, während er auf engen Sandwegen durch den dichten Wald oder entlang des Strandes gerast ist, immer dem vordringenden Meerwasser, Wasserlöchern, Felsen, anderen Fahrzeugen, etc. ausweichend. Die meisten Abschnitte am Strand haben Tempolimit 80. Manchmal hatte der Bus im tiefen Sand auch ganz schön zu kämpfen, aber von Steckenbleiben konnte nicht die Rede sein. Stationen der Tour waren das Schiffswrack Maheno, das 1935 während eines Zyklons verunglückt ist und seitdem am Strand verrottet, die Pinnacles, Eli Creek, Central Station im Regenwald und Lake McKenzie. Zwischendurch gab es Mittagessen im Eurong Beach Resort. Besonders interessant fand ich die Tatsache, dass die Bäche praktisch lautlos vor sich hin fließen, da die Flussbette lediglich aus feinem Sand und nicht aus Steinen bestehen. Man sieht das Wasser folglich fließen, hört aber nichts davon. Die verdiente Erfrischung im wunderschönen Lake McKenzie hat die Tour sehr gut abgerundet. Fraser Island hat tatsächlich einige dauerhafte Einwohner, ansonsten sind es Besucher, die für einige Zeit auf die Insel kommen. Aufgrund der Ferienwoche dürfte verhältnismäßig wohl sehr viel Betrieb gewesen sein. Das hat aber meiner Meinung nach nicht den Eindruck dieses Abenteuers geschmälert. Leider haben wir keine Dingos an Land und auch keine Buckelwale im Meer entdecken können.

Rainbow Beach, Sunshine Coast und Brisbane

Am nächsten Tag ging es mit dem Auto auf die letzte Tour mit dem Ziel Brisbane. Da der Weg nicht so weit war, konnten wir uns Zeit lassen und sind zuerst nach Rainbow Beach, gegenüber des südlichen Zipfels von Fraser Island, gefahren. Dort gab es eine Sanddüne, die wir erfolgreich in der Mittagssonne erklommen haben. Weiter ging es zur Sunshine Coast, einer Region entlang der Küste, wo wir so dicht wie eben möglich am Meer entlang fuhren und unterwegs zum Schwimmen und Aussicht genießen stoppten. Schließlich ging es in der Dunkelheit auf das letzte Stück Weg hinein nach Brisbane zu unserem Motel, welches sich von Downtown aus direkt gegenüber auf der anderen Flussseite befand. So hatten wir die Chance auf einige schöne Fotos, einen Spaziergang über die große Brücke, die Story Bridge, und einen Einblick in das Nachtleben an einem Samstag. Am Sonntag erkundeten wir noch ein wenig die Innenstadt, bevor wir uns schon auf den Weg zum Flughafen machen mussten, um nach Townsville zurückzufliegen.


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