Wochenende in den Atherton Tablelands

To my non-German speaking visitors: Sorry that this post is written in German, but you can yet enjoy the photos.

Vergangenes Wochenende ging es endlich auf den ersten Roadtrip hier in Australien. Wurde auch mal Zeit, Townsville bzw. insbesondere den Campus für einige Tage hinter sich zu lassen. Das Ziel waren die „Atherton Tablelands“, ein Hochland, das sich südwestlich von Cairns befindet.

Freitag

Nach der Abholung des Wagens in aller Frühe am Freitag und dem Aufsammeln aller sechs Mitfahrer, ging es ab auf den Bruce Highway in Richtung Norden, 350 km bis zu unserem Hostel in Yungaburra. Der erste Zwischenstopp für ein zweites Frühstück war in Cardwell am Meer. Leider war das tatsächlich der einzige Ort, an dem die Straße kurz am Meer entlang führte. Schwimmen gehen empfahl sich dort aufgrund der diversen Gefahren nicht, wie die Warnschilder deutlich machten. Erst 45 km weiter nördlich am Mission Beach wäre ein überwachter Badestrand gewesen. Nach kurzer Stärkung ging es weiter auf dem Highway an Zuckerrohrplantagen entlang, kurz vor Innisfail bogen wir dann ins Landesinnere ein und entdeckten als erstes – Bananenplantagen! Danach dauerte es nicht mehr lange, bis das Gelände hügelig wurde und wir uns den Tablelands näherten.

Angekommen in Yungaburra ging es direkt daran, die Umgebung zu erkunden. Dies führte uns zum „Curtain Fig Tree“, ein wahrlich beeindruckender Baum und dem Lake Eacham, ein Vulkankratersee mit super klarem Wasser. Dort holten wir uns die verdiente Abkühlung. Am Abend steuerten wir „Nick’s Restaurant“ an und es sollte eine weise Entscheidung gewesen sein. Der dortige Chef ist Schweizer und betreibt seit 28 Jahren sein liebevoll eingerichtetes Restaurant in Yungaburra. Neben schweizerischer und italienischer Küche hatte er deutsches Bier auf der Karte (ja, Tannenzäpfle!). Nach einiger Zeit dort lernten wir den Chef persönlich kennen und hatten eine nette Unterhaltung mit ihm.

Samstag

Am Samstag ging die Fahrt nach Kuranda, ein Dorf im Regenwald, ein kleines Stück nördlich von Cairns. Wir entschieden uns für eine Rundfahrt, die uns über spannende Serpentinenstraßen hinunter nach Cairns führte, nur damit wir anschließend wieder hinauf nach Kuranda fahren konnten. Der klobige Van war dafür sicherlich nicht das am besten geeignete Auto in Sachen Fahrspaß, aber trotzdem war es eine schöne Route.

Angekommen in Kuranda waren wir wohl zuersteinmal davon beeindruckt, wie touristisch das Dorf aufgezogen ist. Nach einer Runde durch das Dorf, die verschiedenen Märkte und entlang des Flusses verweilten wir etwas am Bahnhof, um den historischen Zug zu begutachten. Anschließend ging es weiter zu den Barron Falls, ein wirklich großer Wasserfall, der in der Trockenzeit allerdings nur wenig Wasser führt. Während der Regenzeit dürfte das Bild wohl weitaus gigantischer ausfallen. Trotzdem war ich von der Dimension beeindruckt. Danach ging es auf dem Kennedy Highway weiter auf der Runde. Ein Schild wies auf eine Kaffeeplantage hin und so entschieden wir spontan, dass wir uns das näher anschauen müssen. Der servierte Cappuccino war in der Tat ein Traum und so wurde es ein mehr als gelungener Kaffeeklatsch.

Zurück in Yungaburra versuchten wir in der Dämmerung Schnabeltiere im Bach zu beobachten. Es ist uns zwar gelungen, hin und wieder das ein oder andere Schnabeltier zu entdecken, jedoch waren sie relativ scheu und sind schnell wieder im Wasser abgetaucht. Definitiv sind diese Tiere viel kleiner, als ich das vermutet hatte. Am Abend stand selbstverständlich ein zweites Mal Nick’s Restaurant auf dem Programm – und es wurde noch viel lustiger, als der erste Abend! Zu später Stunde packte Nick seine Ziehharmonika aus, verteilte einige Instrumente und stimmte deutsche Volkslieder an. Es war wahnsinnig lustig und die anwesenden Australier hatten sichtlich auch ihren Spaß daran.

Sonntag

Bleibt noch der Sonntag übrig, den man als „Wasserfalltag“ bezeichnen darf. Auf Empfehlung von Nick hin machten wir uns nochmals auf zu Lake Eacham, auf der Suche nach einem geheimen Wasserfall. Nach ein paar Problemen mit der Wegfindung fanden wir einen Wasserfall, dann einen zweiten und schließlich noch einen dritten. Die Meinung der Gruppe war klar: absolutes Highlight! Die später folgenden Wasserfälle mögen zwar imposanter gewesen sein, dafür sind sie auf jeder touristischen Landkarte verzeichnet und diese drei versteckten Wasserfälle sind es nicht. Als nächstes fuhren wir zu den Dinner Falls, den Millstream Falls (breiteste Wasserfälle in Australien) und den Milla Milla Falls. Den Weg dorthin fuhren wir über einen „Scenic Drive“, etwa 25 km einspurige, hügelige Straße mit der allzeitigen Gefahr von Gegenverkehr. Am letztgenannten Wasserfall wimmelte es nur so von Touristen, die mit einem Touribus aus Cairns dort waren.

Leider war dann auch schon die Zeit gekommen, die Rückfahrt anzutreten, obwohl wir noch einige weitere Wasserfälle und andere Ziele auf dem Zettel stehen hatten. Da einige von uns aber noch Studienleistungen am Abend oder nächsten Morgen erfüllen mussten, machten wir uns zeitig am Nachmittag auf den Weg. Die Landschaft in den Tablelands erinnerte mich manchmal ein wenig an das Allgäu, nur dass man im nächsten Moment im Regenwald stand. Beeindruckend war außerdem noch die Aussicht zur Hinchinbrook Island auf der Rückfahrt. Aus mir nicht verständlichen Gründen haben die Australier jedoch Stromleitungen direkt vor den wunderbaren Aussichtspunkt gebaut. Ein kleines Stück vor Townsville verdunkelte sich der Himmel ziemlich und der Highway führte mitten durch eine große Rauchwolke, ausgelöst vom kilometerlangen Buschbrand zur linken Seite des Highways. Ich nehme an, dass es sich dabei um einen kontrollierten Brand handelte (um unkontrolliertes Ausbrechen zu verhindern), obwohl ich nicht verstehe, wie ein Brand dieser Fläche im Zweifelsfall unter Kontrolle gehalten werden kann.

So ging unser kurzer Roadtrip zu Ende. Insgesamt kamen doch tatsächlich 1.065 km in diesen drei Tagen zusammen. Ich würde behaupten, dass es bisher das schönste und abwechslungsreichste Wochenende in Australien war. Hinweisen möchte ich noch auf den Blogbeitrag von Florian zu eben diesem Wochenendausflug.

Nun stehen einige Tage Studieren auf dem Plan, bevor dann eine Woche vorlesungsfrei ist und neben kurzen Ausflügen rund um Townsville der Weg nach Süden bis nach Brisbane (die Australier nennen es Brizzy) anstehen. Besonders freue ich mich schon auf die Whitsunday Islands und Fraser Island!


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