CeBIT 2013 Review

Über einen Monat liegt sie schon wieder zurück – die CeBIT 2013. Für mich war es der erste Besuch auf der weltgrößten Messe für Informationstechnik. Danach hatte ich Schwierigkeiten, mir eine umfassende Meinung über das Gesehene zu bilden. Enttäuscht wurde ich von der CeBIT nicht, schließlich war ich mir unsicher, was man erwarten durfte und ließ mich zum größten Teil einfach überraschen. Es gab definitiv viele interessante Sachen zu sehen und nette Gespräche zu führen. Manche Dinge wiederum waren reichlich uninteressant und langweilig. Eigentlich logisch, ist die Messe ja keine reine Consumermesse, sondern sehr stark auf den Geschäftsbereich ausgelegt. Dem folgend ist ein Großteil der Hallen reserviert für den „pro“ Bereich, darüberhinaus gibt es „lab“, „gov“ und „life“.

CeBIT pro soll Unternehmen neue Geschäftskontakte und Unternehmenslösungen bieten. Einige namhafte Aussteller zeigten sich mit großen Ständen und einem ausgiebigen Rahmenprogramm sehr präsent und konnten damit durchaus begeistern. Viele kleinere Aussteller waren eher weniger spannend. Über den gov Bereich (öffentlicher Sektor) weiß ich eigentlich gar nichts zu erzählen, die eine Halle habe ich nicht wahrgenommen. Die folgenden Bilder sind bei Microsoft, Deutsche Telekom und der Software AG entstanden. Die Telekom hat mich beeindruckt, da sie einige innovative Konzepte u.a. in den Bereichen Vernetzung (Connected Cars, Smart Home) ausstellte.

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Schwach fand ich dagegen den life Bereich. Dort sollte sich alles um „Lösungen des digitalen Lifestyles“ drehen. Naja, die E-Sport Halle war jetzt nicht so überragend. Insgesamt gab es in diesem Bereich nicht so viel zu sehen oder ich habe es verpasst. Insgesamt besteht da viel meiner Meinung nach Verbesserungspotenzial!

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Shareconomy

Das Leitthema der diesjährigen Messe war Shareconomy, d.h. es geht um neue Formen der Zusammenarbeit durch Teilen von Ressourcen, Wissen und Erfahrungen. Beispielhaft nennen möchte ich Carsharing, Mitfahrgelegenheiten, Musikstreaming und Cloud Computing, bei dem Ressourcen nach Bedarf angemietet und zwischen vielen Anwendern geteilt werden. Eines haben alle Konzepte gemein: Im Vordergrund steht die Nutzung und nicht der Besitz. Möglich wird dieser Trend u.a. durch die heutige Vernetzung über das Internet, Social Media und insbesondere mobile Endgeräte. Geschäftsideen im Umfeld von Shareconomy gibt es reichlich!

CeBIT lab

Der für mich mit großem Abstand interessanteste Teil war CeBIT lab in Halle 9, wo sich Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Start-Ups, forschende Industrieunternehmen etc. zeigten und ihre neuesten Forschungserkenntnisse präsentierten. Darunter war auch das KIT (Karlsruher Institut für Technologie) vertreten. Herausragend war sicherlich der Stand der Fraunhofer Gesellschaft. Viele verschiedene Institute hatten ihre Prototypen im Gepäck und konnten mich absolut begeistern. Das Bild zeigt den H.265/HEVC Videokodierungsstandard, der bei gleicher Bildqualität die Datenrate im Vergleich zum aktuellen H.264/AVC Standard halbiert. Hochaufgelöstes Videomaterial kann also viel effizienter übertragen werden. Das dürfte schon bald Einzug in die Realität halten.

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Das Fraunhofer Institut IAO (Arbeitswirtschaft und Organisation) aus Stuttgart präsentierte mit der „Morgenstadt“ ihre Sicht über die Stadt der Zukunft, die CO2-neutral, energieeffizient und klimaangepasst sein soll. Dazu notwendig sind intelligente Stromversorgung (Smart Grids), eine ausgereifte Infrastruktur, neue Mobilitätskonzepte, hochgradige Kommunikation und wie könnte es anders sein, das Teilen von Ressourcen im Sinne der Shareconomy. Damit habe ich allerdings nur einen kleinen Teil der Anforderungen an die Stadt von morgen (oder eher übermorgen) aufgezählt. Tatsächlich ist es viel komplexer!

Direkt neben dem Fraunhofer-Stand gab es den 3D-Drucker Fabbster zu sehen (siehe Bild), der enormes Publikumsinteresse auf sich zog.

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Heimautomatisierung

Das Thema Heimautomatisierung und -vernetzung interessiert mich aktuell verstärkt. An verschiedenen Ecken auf der Messe wurde ich glücklicherweise fündig. Das Hauptproblem scheint mir der undurchsichtige Markt zu sein. Es gibt verschiedenste Anbieter und Vernetzungstechniken, die oftmals zueinander inkompatibel sind. Der Trend geht aber dahin, die heterogenen Techniken miteinander zu verknüpfen. Bei der Telekom gab es Qivicon zu sehen (siehe Bild). Ein Unternehmen, das sich Partner aus der Industrie ins Boot holt und integrierte Lösungen anbieten möchte. Forschungseinrichtungen bemühen sich auch um übergreifende Lösungen. So gab es z.B. bei der TU Berlin ein „Home Control Center“ zu sehen, das eine einheitliche Benutzeroberfläche auf dem Tablet umfasst und hersteller- und technologieübergreifend ist. Außerdem fördert und entwickelt das Innovationszentrum „Connected Living“ übergreifende Lösungen für das Smart Home. Zusammenfassend kann man sagen, dass in diesem Bereich Grundlagen erarbeitet werden, um ein effizientes Smart Home zu ermöglichen.

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Fazit

Der Besuch auf der CeBIT hat sich definitiv gelohnt. In den kommenden Jahren werde ich gerne wieder dabei sein. Dann aber etwas vorbereitet, um die interessanten Dinge schneller aufsuchen zu können bzw. überhaupt zu entdecken. Für dieses Mal bin ich aber zufrieden, schließlich war es der erste Besuch und mein Ziel war es, sich einen Überblick über die CeBIT zu verschaffen. Das ist im Positiven wie im Negativen gelungen!

Dieser Beitrag gibt dabei nur einen kleinen Teil wieder. Bleibt mir noch der Verweis auf ein weiteres Trendthema der Messe, dem ich einen separaten Beitrag widmen werde – Big Data!


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