Lappland und Abschied

Entschuldigt bitte die enorme Verspätung, mit der dieser Beitrag verfasst wurde. Seit der Vorschau auf Lappland habe ich nichts mehr von mir hören lassen…Inzwischen bin ich seit mehr als 2 Wochen wieder in Deutschland und bin euch noch einen kleinen Rückblick auf die letzten 2 Wochen in Schweden schuldig.

Wie angekündigt, war ich vom 06. – 11.12. im hohen Norden. Es war die letzte größere Tour während meines Auslandsaufenthalts und für mich persönlich ein ganz besonderes Highlight. Nach fast 22 Stunden Busfahrt sind wir morgens mit etwas Verspätung aufgrund vereister Fahrbahnen in Kiruna, Schwedens nördlichster Stadt, angekommen. Es lagen vielleicht 10cm Schnee, also sehr mau. Für Frühstück war fast keine Zeit, denn wir mussten schon los zur Hundeschlitten und Schneemobil Tour. War aufgrund der geringen Schneemenge und dem Eis eine sehr holprige, aber spaßige Angelegenheit. Nach einer kleinen Tour durch die Stadt ging es am Nachmittag ab in die Tiefen der weltweit größten Eisenerzmine. Das ist auch der Grund, weshalb die Stadt Kiruna entstand. Abgebaut wird momentan in einer Tiefe von 1150m, die nächste Ebene ist aber schon geplant. Die Besucherebene befindet sich auf 540m, wenn ich mich richtig erinnere. Ein Bus holte uns in der Stadt ab und fuhr dann in das riesige Tunnelsystem.

Am nächsten Morgen stand dann die Besichtigung des berühmten Eishotels in Jukkasjärvi an. Ab ca. 2300 SEK (~ 250€) bekommt man hier eine Übernachtung in den einfacher gestalteten Zimmern. Für uns war nur gucken angesagt. Aber echt der Wahnsinn, was da alles aus Eis geschaffen wird. Am Hotel wurde allerdings noch gebaut. Besonders schade war, dass die Eisbar noch in einer Halle nebenan stand und noch nicht ganz fertiggestellt war. Einen Drink aus den Eisbechern konnte man auch noch nicht nehmen. 🙁 Nach einem kurzen Essensstop in Kiruna fuhr der Bus in Richtung Abisko Nationalpark. Unterwegs hielten wir auf einer Rentierfarm, die von einer Samí Familie, den Ureinwohnern Lapplands, betrieben wird. Die dort gesammelten Eindrücke aus deren Leben waren sehr spannend, aber da draußen außerhalb Kirunas war es doch recht kalt auf Dauer. Abends in Abisko gehörte ich zu den wenigen Glücklichen der Tour, die Polarlichter sehen konnten. Sie waren nicht sehr ausgeprägt und der Mond war 2 Tage vor Vollmond sehr hell, aber dennoch, ich hab sie gesehen! Das Spektakel ging aber nur über ein paar wenige Minuten und war eher statisch. Schlangenförmig bewegt haben sich die Polarlichter definitiv nicht.

Am Tag darauf stand eine Tour in die Küstenstadt Narvik in Norwegen an. Per Eisenbahn wird das abgebaute Eisenerz von Kiruna nach Narvik gefahren, um von dort aus verschifft zu werden. Der Hafen ist aufgrund des Golfstroms ganzjährig eisfrei. Bei unserem Besuch war aber sogar die Lufttemperatur über Null. Abends, zurück in Abisko, gab es zum “gemütlichen” Ausklang, die Chance eine traditionelle Sauna in einer kleinen Saunahütte direkt am See zu genießen.

Durch Neuschnee ab dem ersten Abend unseres Aufenthalts kamen letztlich immerhin ca. 30 cm Schnee zusammen. Morgens im Bus zeigte das Thermometer zwischenzeitlich bis zu -23°C, aber keine Ahnung, ob das eine korrekte Angabe war. In Abisko waren es abends -15°C, das war eigentlich der gefühlte Tiefpunkt. Also alles halb so wild, es hätte auch -30°C oder kälter sein können. Man darf nicht vergessen, wie weit im Norden sich Lappland befindet. Auf der Rückfahrt waren wir 5 Stunden unterwegs, bis wir von Norden kommend den Polarkreis erreichten.

Viel Spaß beim Betrachten der Bilder und achtet bitte auf die Bilduntertitel!

Direkt am nächsten Tag durfte ich zur mündlichen Schwedischprüfung antreten. War ganz gut denke ich. Die Tage danach waren geprägt von Lernerei für den Kurs “Computer Security”, wo ich den folgenden Samstag Nachmittag Prüfung hatte und Weihnachts- und Abschiedsfeierlichkeiten. Nachdem die Prüfung gemeistert war, blieben nur noch wenige Tage bis zur Abreise. Meine Highlights waren ein letzter Ausflug nach Stockholm, der aber leider kaum als winterlich zu bezeichnen ist und “Laser Tag” in Linköping. Mir bekannt aus der Serie “How I Met Your Mother”. Wahnsinnig anstregend, aber macht riesigen Spaß. In Deutschland gibt es allerdings kaum Spielhallen dafür.

So ging mein Auslandssemester in Linköping zu Ende. Vier schöne Monate, die viel zu kurz waren, aber eine sehr prägende Erfahrung darstellen. Eigentlich stelle ich mir nur die Frage: “Wann fahre ich wieder nach Schweden?”. Falls ihr in der Vorweihnachtszeit in Schweden seid, probiert “Julmust“! Ach und bringt mir ne Flasche mit!


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